Professionelle Produktretusche macht aus einfachen Fotos hochwertige Bilder, die Ihre Produkte optimal präsentieren. Hier sind die fünf wichtigsten Schritte, um perfekte Ergebnisse zu erzielen:

  1. RAW-Dateien optimieren: Passen Sie Kontraste und Helligkeit an, um eine solide Grundlage für die Bearbeitung zu schaffen.
  2. Makellose Oberflächen: Entfernen Sie Flecken und Markierungen mit dem Healing Brush.
  3. Farbechtheit sicherstellen: Stimmen Sie die Farben präzise auf Druckmaterialien ab, um realistische Ergebnisse zu erzielen.
  4. Dodge-&-Burn-Techniken: Setzen Sie Licht- und Schatteneffekte, um Tiefe und Volumen hinzuzufügen.
  5. Finale Farbanpassungen: Perfektionieren Sie den Look für maximale Realitätsnähe.

Fotografie und Bildbearbeitung von Rüdiger Lauktien

Warum das wichtig ist:

  • 22 % der Käufer geben Produkte zurück, weil sie anders aussehen als auf den Fotos.
  • Mit präziser Retusche können Sie Rücksendungen reduzieren und die Zufriedenheit Ihrer Kunden steigern.

Folgen Sie diesen Schritten, um Ihre Produktbilder auf das nächste Level zu bringen.

Fotografie und Bildbearbeitung von Rüdiger Lauktien

1. Kontraste und Helligkeit in RAW-Dateien optimieren

RAW-Dateien sind der Schlüssel zu makellosen Produktbildern – sie speichern unkomprimierte Bilddaten und damit mehr Details.

Mit einem RAW-Konverter können Sie Kontraste und Helligkeit so anpassen, dass Änderungen nicht-destruktiv und jederzeit rückgängig gemacht werden können. Dadurch schaffen Sie eine solide Grundlage für weitere Bearbeitungen.

So gehen Sie vor:

  • Histogramm nutzen: Das Histogramm hilft Ihnen, die Tonwertverteilung im Bild zu analysieren und gezielt anzupassen.
  • Schwarz- und Weißpunkt festlegen: Mit der Tonwertkorrektur definieren Sie die dunkelsten und hellsten Bereiche, um den Kontrastumfang zu maximieren.
  • Mitteltöne anpassen: Der graue Regler der Tonwertkorrektur ermöglicht es, die Mitteltöne heller oder dunkler zu machen, um eine natürliche Darstellung zu erzielen.

"Shooting in RAW captures a high level of image detail, with large file sizes and lossless quality. The direct image data means you start with a high-quality image that can be edited, converted, and compressed in a non-destructive manner." – Adobe

Tipp: Übertreiben Sie es nicht mit den Anpassungen. Gerade bei Produktfotos ist es wichtig, dass Materialien und Oberflächen realistisch dargestellt werden.

Die hohe Farbtiefe von RAW-Dateien bietet feinste Abstufungen – ein großer Vorteil für professionelle Produktfotografie.

Mit optimierten RAW-Dateien sind Sie bereit für den nächsten Schritt: das Entfernen von Unebenheiten mit dem Healing Brush.

Fotografie und Bildretusche Rüdiger Lauktien

2. Flecken und Markierungen mit dem Healing Brush entfernen

Nachdem die RAW-Dateien optimiert wurden, können Sie mit dem Healing Brush störende Makel beseitigen. Dieses Werkzeug ermöglicht es, unerwünschte Details zu entfernen, ohne die Textur oder Farbgebung des Bildes zu beeinträchtigen.

Arbeiten Sie dabei auf einer neuen Ebene, aktivieren Sie die Option ‚Alle Ebenen aufnehmen‘ und stellen Sie in der Optionsleiste ‚Inhaltsbasiert‘ ein.

Wählen Sie eine Pinselgröße, die nur geringfügig größer ist als der Bereich, den Sie bearbeiten möchten. So vermeiden Sie harte Übergänge und sorgen für ein natürlicheres Ergebnis .

"The Healing Brush tool in Photoshop is essential for achieving seamless retouching, allowing for the blending of textures and colors to create a natural appearance." – Noble Desktop

Für größere Problemzonen: Arbeiten Sie in kleinen Abschnitten mit präzisen Pinselstrichen. Um benachbarte Bereiche zu schützen, verwenden Sie Auswahlwerkzeuge. Der Diffusions-Regler bietet zusätzliche Kontrolle – niedrigere Werte eignen sich für körnige Texturen, höhere für glatte Oberflächen.

Probieren Sie verschiedene Füllmethoden aus: ‚Aufhellen‘ eignet sich für dunkle Bereiche, während ‚Abdunkeln‘ bei hellen Bereichen hilft.

Achten Sie darauf, nicht zu viel zu retuschieren, um den natürlichen Charakter des Bildes zu bewahren.

Sobald alle Makel entfernt sind, können Sie sich der präzisen Farbanpassung widmen, um das Bild perfekt an die Original-Druckgrafik anzupassen.

Fotografie Nils Wilbert, Foot Styling Kühnel, Art Direction und Retusche Rüdiger Lauktien

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3. Farbechtheit mit Druckmaterialien abstimmen

Eine präzise Farbanpassung sorgt für korrekte Druckergebnisse und minimiert Rücksendungen.

Der erste Schritt ist die Wahl des passenden Farbraums. Für Druckerzeugnisse ist CMYK die beste Wahl. Arbeiten Sie in RGB, sollten Sie übermäßig gesättigte Farben vermeiden, da diese beim Druck zu unerwarteten Abweichungen führen können.

Schritte für optimale Farbanpassung:

  • Fotografieren Sie eine Farbkarte als Referenz.
  • Nutzen Sie gezielt Photoshop-Werkzeuge wie Tonwertkorrektur, selektive Farben oder Farbton/Sättigung.
  • Kalibrieren Sie Ihren Monitor regelmäßig, um konsistente Ergebnisse zu gewährleisten.

Für anspruchsvollere Farbanpassungen bietet sich der „Match Color“-Befehl in Photoshop an. Damit lassen sich Farben zwischen verschiedenen Ebenen oder Bildern präzise abstimmen.

"The Healing Brush tool in Photoshop is essential for achieving seamless retouching, allowing for the blending of textures and colors to create a natural appearance." – Noble Desktop

Tipp aus der Praxis: Lassen Sie sich von Ihrer Druckerei einen CMYK-Proof erstellen. Dieser Proof gibt Ihnen einen realistischen Eindruck davon, wie das endgültige Druckergebnis im Vergleich zur Bildschirmdarstellung aussehen wird.

Weißtöne können durch leichte Desaturation von Farbstichen befreit werden. Falls nötig, fügen Sie etwas Körnung hinzu, um die natürliche Textur zu erhalten.

Eine sorgfältige Farbabstimmung ist ein zentraler Schritt im Retusche-Workflow und schafft die perfekte Grundlage für die anschließenden Dodge-&-Burn-Techniken.

4. Dodge-&-Burn-Methoden anwenden

Nach der Farbanpassung kommt der Feinschliff: Mit Dodge & Burn können gezielt Licht- und Schatteneffekte gesetzt werden, um Produktfotos mehr Tiefe und Volumen zu verleihen.

Nicht-destruktives Arbeiten

Bearbeiten Sie niemals direkt die Hintergrundebene. Stattdessen sollten zwei Gradationskurven-Ebenen erstellt werden – eine für Dodge, eine für Burn. Invertieren Sie die Masken (Strg + I) und verwenden Sie einen weichen Pinsel für die Bearbeitung .

Empfohlene Einstellungen

Für präzise Ergebnisse sind folgende Parameter hilfreich:

Parameter Einstellung Zweck
Deckkraft Pinsel 1–4% Subtile Übergänge
Füllmethode Weiches Licht Natürliche Desaturierung
Pinselart Weich Sanfte Übergänge

Praktische Vorgehensweise

Analysieren Sie die Lichtführung des Bildes. Identifizieren Sie dabei Hauptlichter, Mitteltöne, Kern- und Schlagschatten sowie Reflexlichter.

"By applying Dodge & Burn, we can make our skin smoother and more perfect without losing the texture – a great important thing in professional photo retouching." – Rephotosolution.com

Tipp vom Profi: Nutzen Sie eine Schwarz-Weiß-Einstellungsebene als oberste Ebene. Diese hilft dabei, Bereiche zu erkennen, die noch Dodge oder Burn benötigen. Sobald die Korrekturen abgeschlossen sind, kann diese Ebene wieder deaktiviert werden .

Wechseln Sie zwischen Dodge und Burn, um gleichmäßige Übergänge zu erzielen. Diese Technik betont Volumen und Konturen, glättet Oberflächen und bewahrt gleichzeitig die Texturen.

5. Finale Farbanpassungen für maximalen Realismus

Die letzte Phase der Retusche bringt den Look auf ein neues Niveau. Hier werden die vorherigen Bearbeitungsschritte perfektioniert, um ein besonders realistisches Ergebnis zu erzielen.

Einsatz von Color-Lookup-Tabellen

In Photoshop können Sie eine Color-Lookup-Einstellungsebene hinzufügen. Wählen Sie aus den drei Lookup-Tabellen-Kategorien, wobei die meisten Presets unter „3DLUT-Datei“ zu finden sind. Stellen Sie sicher, dass das Bild im RGB-Modus bearbeitet wird.

Farbkorrektur im Detail

Um Farbstiche zu vermeiden, sind folgende Anpassungen empfehlenswert:

Parameter Empfehlung Grund
Weißpunkte Leicht entsättigen Verhindert ungewollte Farbstiche
Mitteltöne RGB-Balance anpassen Sorgt für eine natürliche Ausleuchtung
Kontraste Dezent halten Vermeidet ein künstliches Erscheinungsbild

Häufige Fehler vermeiden

  • Keine Weichzeichnung: Der Gaußsche Weichzeichner kann Oberflächen unnatürlich wirken lassen.
  • Einheitliches Vorgehen: Optimieren Sie das gesamte Bild und nicht nur einzelne Bereiche.
  • Sättigung im Blick behalten: Vermeiden Sie reine Schwarz- oder Weißtöne, die unnatürlich wirken können.

Praktische Tipps für die Umsetzung

  • CMYK-Werte gezielt anpassen, z. B. kühle Blautöne durch Grün- oder Gelbanteile ausbalancieren.
  • Verschiedene Füllmethoden ausprobieren, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
  • Projektdateien im PSD- oder TIFF-Format speichern, um Qualität und Flexibilität zu gewährleisten.
  • Ebenen klar benennen und strukturieren, um den Workflow zu erleichtern.

Abschlussprüfung der Qualität

Nach der Retusche sollten Sie sicherstellen, dass alle Anpassungen harmonisch wirken. Testen Sie das Ergebnis auf verschiedenen kalibrierten Monitoren und vergleichen Sie die Farben mit den Original-Druckgrafiken. Falls nötig, können Sie dezentes Filmkorn hinzufügen, um bearbeiteten Bereichen eine natürliche Textur zu verleihen.

Fazit

Die Bearbeitung von Produktfotos erfordert ein hohes Maß an Präzision und technisches Know-how. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Rund 30 % der online gekauften Produkte werden zurückgegeben – das ist mehr als dreimal so viel wie im stationären Handel, wo die Rücksendequote bei 8,89 % liegt. Besonders auffällig: 22 % der Käufer geben an, dass die Produkte anders aussehen als auf den Fotos. Diese Statistik zeigt, wie entscheidend hochwertige Produktbilder sind.

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